13.05.2022 Zurück

Vernetztes Rainland

Im Rhein-Sieg-Kreis haben der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V. im August 2021 in sechs Kommunen das Insektenschutzprojekt „Vernetztes Rainland“ gestartet. Nun wurden die ersten Wildkräuter eingesät und der Bürgermeister von Meckenheim, Holger Jung, gab den Startschuss für die Geländearbeiten.


Nach den zahlreichen Vorarbeiten und Kartierungen der Wegraine ging es endlich los: Die ersten Feldraine wurden von den Projektbeteiligten bearbeitet und feierlich mit Wildblumen und –kräutern eingesät. Anwesend waren die Bürgermeister von Meckenheim und Wachtberg, Holger Jung und Jörg Schmidt, sowie der erste Stellvertretende Bürgermeister von Rheinbach, Karl Heinrich Kerstholt, sowie der Erste Beigeordnete von Swisttal, Tobias Weingartz. Auch viele Mitarbeitenden der Kommunen, die von Beginn an als Ansprechpartner fungierten, der Ortslandwirt von Meckenheim, Ullrich Hagedorn, Leiter des Meckenheimer Baubetriebshofes, und Marcus Witsch, Leiter des städtischen Fachbereichs Verkehr und Grünflächen, waren gekommen.

Da die praktische Umsetzung des interkommunalen Projekts in der Stadt Meckenheim beginnt, sprach Holger Jung einige Grußworte: „Bei diesem Projekt sieht man, was Vernetzung bedeutet. Nicht nur die Wegraine bilden ein zusammenhängendes Netz, auch alle Akteure und verschiedenen Arbeitsebenen sind miteinander vernetzt. Das erkennt man sehr schön daran, wie viele Leute zur Pressekonferenz erschienen sind. Nur durch diese Zusammenarbeit kann das Projekt gelingen.“

Die Projektbeteiligten informierten anschließend über den aktuellen Stand. „Wir freuen uns besonders darüber, dass der Baubetriebshof Meckenheim uns bei der Bearbeitung der Wegraine hilft. Das erleichtert uns die Umsetzung der Geländearbeiten ungemein“, erklärte Julia Vasbender, Projektleiterin beim ETN, und bedankte sich beim Leiter des Baubetriebshofs Ullrich Hagedorn.

Um den praktischen Teil des Projekts feierlich zu eröffnen, wurden dann die anwesenden Bürgermeister und Stellvertreter zur Arbeit gebeten: Gemeinschaftlich übernahmen sie das Einsäen eines vorbereiteten Wegrains. Alle Vertreter der Kommunen waren mit sichtlicher Begeisterung dabei und streuten Hand für Hand das Regio-Saatgut auf dem Feldrain aus. Dazu erklärten die Mitarbeitenden der Biologischen Station, welche Kräuter in dem Saatgut enthalten sind und wie die nächsten Arbeitsschritte aussehen. Die Vorführungen mit Fräse und Walze machten deutlich, wie viel Arbeit noch vor den Projektbeteiligten liegt.

Zum Projekt
Das Kooperationsprojekt zwischen dem Europäischen Tier- und Naturschutz e.V., der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V. hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Der ETN übernimmt dabei die Projektleitung und trägt auch die finanziellen Kosten.
In Zusammenarbeit mit den Gemeinden Swisttal, Wachtberg und Alfter sowie den Städten Bornheim, Meckenheim und Rheinbach sollen kommunale Wegraine und vergleichbare Flächen insektenfreundlicher gestaltet werden, sodass sich dieser Teil des Rhein-Sieg-Kreises zu einem für Insekten wertvollen Lebensraum entwickeln kann. Angrenzend an Landwirtschaftsflächen wird ein Netz aus Habitaten für Insekten entstehen, das den Tieren eine Wanderung zwischen den Lebensräumen ermöglicht. Dabei sind der Austausch und die Kooperation mit der Landwirtschaft ein essentieller Teil des Projekts.
(Mitteilung des ETN)

Einstimmiger Beschluss
Der Ausschuss für Klimaschutz und Umwelt der Stadt Meckenheim hatte der Unterzeichnung der Absichtserklärung zum Projekt Vernetztes Rainland in seiner Sitzung am 11. Mai 2021 einstimmig zugestimmt, nachdem sich der ETN an die sechs Kommunen des linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreises gewandt hatte. Im Folgenden waren in enger Abstimmung die Wegraine als geeignete Flächen identifiziert und festgelegt worden. Die Stadt Meckenheim wird das Projekt intensiv begleiten und sich vor allem durch abgestimmte Pflege- und Unterhaltungsarbeiten daran beteiligen.