20.12.2021 Zurück

Temporäre Schule nimmt Gestalt an

Ein kompletter Schulstandort in Container-Bauweise? Wie das gelingen kann, davon machte sich Horst Gies in der Grafschaft ein Bild. Hier wird im engen Schulterschluss mit der Gemeinde Grafschaft und Bürgermeister Achim Juchem der Ersatzschulstandort für das Are-Gymnasium errichtet.

„Das Are-Gymnasium ist schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden. Der Wiederaufbau wird Jahre dauern. Deshalb sind wir außerordentlich dankbar, dass die Gemeinde Grafschaft und allen voran Bürgermeister Juchem uns kurzfristig ein Ausweichgelände zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn der Aufbau der Ersatzschule länger dauert als geplant: sie bietet Platz und Raum für gemeinsames Lernen und eine gute Schulgemeinschaft“, betont der Erste Kreisbeigeordnete. „Ich danke allen Beteiligten, vor allem Bürgermeister Achim Juchem und seinem Team in der Gemeindeverwaltung Grafschaft, der Schulleitung und dem Lehrer-Kollegium des Are sowie der Ausweichschule IGS Remagen, für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement in den vergangenen Wochen und Monaten“, so Gies weiter.

Unweit der Autobahn-Abfahrt „Ringen“ entsteht auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern ein kompletter Schulstandort mit 40 Klassen, Verwaltung, Mensa, Naturwissenschaftsräumen, Schulhof und Busbereich. Insgesamt rund 6500 Quadratmeter des Geländes werden mit temporären Gebäuden bebaut, davon insgesamt rund 4300 Quadratmeter in Containerbauweise. Die Mensa, die Turnhalle und die Räume für Naturwissenschaften werden als temporäre Gebäude in Zeltbauweise errichtet. Die Aufnahme des Schulbetriebs ist für Anfang Januar geplant. Die Mensa wird Ende Januar oder Anfang Februar ihren Betrieb aufnehmen, die Fertigstellung der Sporthalle ist für Mitte Februar geplant. Mehr Zeit benötigt der Aufbau der naturwissenschaftlichen Fachräume. Sie sollen voraussichtlich im Mai fertiggestellt werden.

Der Kreis investiert rund 6,5 Millionen Euro in den temporären Standort, um den Schülerinnen und Schülern für die Zeit der Sanierung des Schulgebäudes im Stadtgebiet von Bad Neuenahr-Ahrweiler eine adäquate Unterrichtsversorgung anbieten zu können. Derzeit werden die Schülerinnen und Schüler zum Teil nachmittags in den Räumlichkeiten der Integrierten Gesamtschule Remagen (IGS) oder per Homeschooling unterrichtet.

Zum Hintergrund: Durch die Hochwasserkatastrophe im Juli wurden sieben der insgesamt 13 Schulen in Trägerschaft des Kreises im Stadtgebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig zum Teil sehr stark beschädigt. Davon betroffen sind rund 75 Prozent der Schülerschaft in Kreisschulen (5900 Schülerinnen und Schüler). Neben den Schäden an den Gebäuden ist vor allem die Haustechnik, wie Stromversorgung, IT-Infrastruktur und Wärmeversorgung, zerstört. Ein Gutachten schätzt die in den sieben Kreisschulen entstandenen Schäden auf rund 78 Millionen Euro.