09.09.2020 Zurück

Ausstattung der Gesundheitsämter ist ein wichtiger Faktor

Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat heute gemeinsam mit Gesundheitsamtsleiter Dr. Stefan Voss und weiteren verantwortlichen Mitarbeitern an einer Web-Konferenz mit der Bundeskanzlerin teilgenommen. In den Gesprächen mit Angela Merkel ging es um die Herausforderungen, mit denen der Öffentliche Gesundheitsdienst bei der Bewältigung der Corona-Pandemie konfrontiert ist. „Insgesamt wurde deutlich, dass die Gesundheitsämter dringend weitere Unterstützung benötigen, damit sie den Aufgaben auch in Zukunft gewachsen sind“, fasste Dr. Jürgen Pföhler die Ergebnisse im Anschluss zusammen. „In diesem Zusammenhang begrüße ich ausdrücklich den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.“


Der Bund stellt im Rahmen des sogenannten Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst vier Milliarden Euro zu Verfügung: In den nächsten Jahren sollen 5000 Stellen geschaffen werden, außerdem soll in die Digitalisierung der Gesundheitsbehörden investiert werden, teilt die Bundesregierung mit.


Zu der Web-Konferenz waren Oberbürgermeister, Landräte und Gesundheitsamts-Mitarbeiter aus ganz Deutschland eingeladen. Sie berichteten in diesem bundesweiten Rahmen von ihren Erfahrungen. In ihrem aktuellen Video-Podcast hatte Angela Merkel die Arbeit vor Ort bereits gewürdigt: „Wenn unser Land bisher so verhältnismäßig gut durch die Corona-Pandemie gekommen ist, wenn das Infektionsgeschehen nicht die Ausmaße erreicht hat, wie wir in anderen Ländern beobachten mussten, dann hat das nicht zuletzt mit dem zu tun, was tagtäglich im Öffentlichen Gesundheitsdienst geleistet wird“, sagte die Bundeskanzlerin. Nun wolle sie noch mehr darüber erfahren, wie die Arbeit in den Gesundheitsämtern vor Ort ablaufe und auch, „wo die Politik helfen und unterstützen“ könne.


Auch das Kreisgesundheitsamt arbeitet seit Monaten unter großem persönlichem Einsatz weit jenseits des sonst üblichen Alltags. Bislang wurden rund 11.500 Personen auf eine mögliche Corona-Infektion getestet. Dabei machen im Rahmen des Bio-Monitorings die freiwilligen Screenings, die das Gesundheitsamt zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen oder bei Erntehelfern durchführt, etwa 43 Prozent aus. „Dadurch konnten bereits in 20 Fällen frühzeitig die Infektionsketten unterbrochen werden“, erklärt Dr. Stefan Voss. Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, wurde mittlerweile 2066-mal eine Quarantäne angeordnet. Mehr als die Hälfte der Infektionen (56 Prozent) wurde in der Altersgruppe der 19- bis 49-Jährigen festgestellt. Die Senioren über 65 Jahren machen einen Anteil von 6 Prozent aus. „Gleichwohl sind die Senioren natürlich besonders gefährdet, einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln“, ergänzt Siglinde Hornbach-Beckers, Fachbereichsleiterin Jugend, Soziales und Gesundheit bei der Kreisverwaltung.