03.08.2020 Zurück

Böse Überraschung 2021?

Während der Kurzarbeit erhalten Arbeitnehmer den geminderten Arbeitslohn ihres Arbeitgebers und das Kurzarbeitergeld, das die Bundesagentur für Arbeit finanziert. Der Arbeitgeber muss für den geminderten Arbeitslohn entsprechend weniger Lohnsteuer zahlen.

Und das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei? »Allein betrachtet schon. Allerdings rechnen die Finanzämter bei der Prüfung der Einkommensteuererklärung das Kurzarbeitergeld fiktiv zum Lohn des Arbeitgebers hinzu«, erklärt Walter Sesterhenn, Präsident der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz. Somit vergrößert sich für die Steuerberechnung der Lohn und damit auch der anzuwendende Steuersatz. Dieser wird auf den Betrag des Arbeitslohns angesetzt. Diese Berücksichtigung des Kurzarbeitergelds in der Steuererklärung wird Progressionsvorbehalt genannt. Dieser erhöht die Steuerlast. Das Kurzarbeitergeld selbst ist aber steuerfrei.

Mit diesem erhöhten Steuersatz rechnen viele nicht und werden nach der Prüfung ihrer Einkommensteuererklärung von Nachzahlungen überrascht.

Für den Arbeitslohn eines Angestellten, der ausschließlich sein Gehalt bezieht, ist eine Steuererklärung nicht verpflichtend. »Doch erhält jemand Lohnersatzleistungen, die im Abrechnungsjahr 410 Euro überschreiten, wird die Steuererklärung zur Pflicht«, warnt Sesterhenn.

Für etwaige Nachzahlungen ist es sinnvoll, sich ein finanzielles Polster zu schaffen. Dies ist während der Kurzarbeit aber oft nicht möglich. Die Frist für die Steuererklärung für 2020 läuft bis zum 31. Juli 2021. Mit der Inanspruchnahme eines Steuerberaters verlängert sie sich bis zum 28. Februar 2022 – Zeit, um sich etwas zurückzulegen.